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Wertvolle Freiheit




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Hier eine kleine Leseprobe:

Ich war bei meiner Arbeitskollegin zum Geburtstag eingeladen. In einer feuchtfröhlichen und lustigen Gruppe feierten wir mit etwa zehn Personen Geburtstag. Es war eine schöne Feier und ich konnte oder wollte nicht gehen. Es war einfach so richtig schön gemütlich. Wir tranken Goldbrand, Club Cola, Berliner Pilsner, Grüne Wiese (Sekt mit Curacao) und aßen Broiler und Würzfleisch. Irgendwann stellte ich dann fest, dass es zu spät war, um wieder nach Hause zu fahren, und so fragte ich meine Kollegin, ob ich bei ihr schlafen könne. Dieses Problem hatten auch noch ein paar andere Kollegen und trotzdem willigte sie ein und ließ uns bei sich übernachten.

Am nächsten Morgen halfen wir dann beim Aufräumen und als wir damit fertig waren, machte ich mich auf den Heimweg. Unterwegs holte ich noch frische Brötchen und ging dann nach Hause. Meine Mutter öffnete mir die Tür und fragte mich, wo ich denn jetzt herkomme. Ich sagte, dass ich doch am Tag zuvor gesagt habe, dass ich zu einem Geburtstag eingeladen sei. Dass es so spät oder besser früh werden würde, habe ich nicht gedacht.  

Daraufhin sagte sie zu mir, dass ich gleich dahingehen könne, wo ich in der Nacht zuvor gewesen sei, und fing gemeinsam mit meinem Vater an, einen sehr großen Koffer mit meinen Sachen zu packen. Ich konnte nicht glauben, was ich da sah, aber es war Wirklichkeit. Sie packten tatsächlich meine Sachen in diesen Koffer und stellten ihn anschließend vor die Wohnungstür. Ich folgte wortlos, geschockt, enttäuscht und sehr traurig meinem Koffer.

Ich nahm meine Eltern beim Wort und ging dahin, wo ich auch in der letzten Nacht gewesen war. Das Gesicht meiner Kollegin kann sich keiner vorstellen, als ich auf einem Mal mit meinem Koffer vor ihr stand und sie fragte, ob ich erst mal bei ihr wohnen könne. Ich war noch keine achtzehn Jahre alt, und selbst wenn, hätte dies nicht bedeutet, dass ich nun eine eigene Wohnung beziehen konnte. Es gab keine Wohnung. Also zog ich zu ihr und wurde auch gleich in das Hausbuch eingetragen.  

Dass sich niemand – jedenfalls nicht aus meiner Familie – für mich interessierte, war für mich in der ersten Zeit erschreckend.

 […]  

Genau das tat ich nun und stellte dem Parteiboss die Frage: „Wieso heißt dieses Land eigentlich Deutsche DEMOKRATISCHE Republik?“ Wenn man doch nur zu allem Ja und Amen sagen darf und schon ist jede Entscheidung – im Sinn der Partei – getroffen.

Ich hatte dieses Theaterspiel, welches hier offensichtlich stattfand, so satt, dass es nur so aus mir heraussprudelte. Eine Antwort auf diese Frage habe ich natürlich nicht bekommen, obwohl ich gedacht hatte, er würde mir nun irgend so eine fadenscheinige Erklärung bezüglich der führenden Rolle und der Diktatur der Arbeiterklasse geben, aber da hatte ich mich wohl geirrt. Er verstand nämlich – wie alle Parteibosse – die Diktatur als Demokratie.

Ich für meinen Teil überlegte daraufhin, warum man für Diktatur und Demokratie wohl zwei verschiedene Worte gewählt hat, wenn doch beide die gleiche Bedeutung haben. Außerdem wusste ich sehr wohl, dass Demokratie etwas ganz anderes als Diktatur ist. Das dem Parteiboss zu erklären, wäre aber eine sehr langwierige Aufgabe geworden. So beschränkte ich mich darauf, mein Wissen um die Demokratie für mich zu behalten. Außerdem wollte ich schnellstmöglich den Lehrlingen von den Plänen, die dort geschmiedet wurden, berichten, denn nun stand offensichtlich der Abriss des Wohnheims bevor, auch wenn ich nicht unterschrieben hatte. Die Lehrlinge, die beiden Ausbilder und ich hatten zwar noch ein wenig Hoffnung, dass das Wohnheim nicht abgerissen werden würde, aber dem Kaderleiter und dem Parteisekretär trauten wir nicht, hatte mich doch mein eigener Lehrausbilder vor dem Kaderleiter gewarnt, als ich noch ein Lehrling war.

[…]

Ich konnte nicht hinsehen … Nein, ich wollte nicht … Nein, es durfte doch nicht … Es konnte nicht sein, was ich da sah. Er hielt mir ein Bild von meiner lieben Heike hin. Ihre schönen funkelnden Augen funkelten nicht mehr. Sie sahen nur noch trüb aus, wenn überhaupt, denn das linke Auge war völlig zugeschwollen. Sie war im ganzen Gesicht über und über mit Blut verschmiert. Die Träger ihres Kleides waren zerrissen. Sie musste derart misshandelt worden sein, dass ich mich nicht mehr zusammenreißen konnte. Ich brach zusammen und konnte meine Wut nicht mehr unter Kontrolle halten. Ich schrie meinen Vernehmer an: „Was haben du und die anderen Stasischweine mit meiner lieben Freundin getan?“ Ich wusste nun, dass sie es tatsächlich gewesen war. Lange aber konnte ich nicht schreien, denn meine Stimme versagte ihre Dienste. So kamen aus meinem Mund nur noch stumme Schreie, die in mir selbst verhallten, ohne dass sie irgendjemand wahrgenommen hätte.

[…]

Jetzt aber konnte ich nicht mehr, ich schaffte es einfach nicht mehr, meine Tränen zu verbergen, meine Gefühle zu kontrollieren. Zu all dem war ich auf einmal nicht mehr fähig. Ich war diesem Vernehmer ausgeliefert. Völlig hilflos war ich ausgeliefert. Es wirkte das Gift der Stasi. Es lähmte nicht nur meine Gefühle, es lähmte alles in mir. An diesem Tag weinte ich das letzte Mal. Bis mir das nächste Mal Tränen über die Wangen liefen, sollten über zwanzig Jahre vergehen.

 […]

Als ich jedoch die Tür zum Büro offenlassen wollte, schloss er diese und schloss sie auch noch ab, wie ich später bemerken sollte. Er klebte mir meinen Mund mit Klebeband zu. Sodass ich nichts mehr sagen konnte. Dann schob mich dieses Ekel in eine andere – dunkle – Ecke des Raumes. Danach zog er meine Hose herunter und berührte mich zwischen den Beinen. Ich fand das so abstoßend, dass ich noch heute kotzen könnte. Damit aber nicht genug. Er drehte mich um, sodass ich nun mit dem Rücken zu ihm stand. Umdrehen durfte ich mich nicht. Aber ich hörte wie er erst immer mit lautem klappern seinen Gürtel öffnete und kurze Zeit später, drückte er meinen Oberkörper nach vorn.


 


 

 
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