Herzlich willkommen bei gerd keil!


Anders Denkende
sind oft anders,
als wir denken.
Ernst Ferstl


 


 

 

 

17. Juni 2018

DDR-Zeitzeugen berichten auf dem Kaßberg über ihr Erleben in der DDR

 „Angepasst und ausgebürgert – Zwei Leben in der DDR“

Referenten: Gerd Keil und Manuela Keilholz

Auf Einladung des Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis e. V. sind wir direkt vom Gruppentreffen der Selbsthilfegruppe und der Eröffnungsveranstaltung der Dauerausstellung der BStU in Berlin Lichtenberg nach Chemnitz gefahren. Der Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis e. V. hatte uns zu einer gemeinsamen Lesung eingeladen, der wir sehr gern gefolgt sind.

Wir wurden schon freudig und herzlich von lieben Freunden empfangen und waren beeindruckt, mit wieviel Mühe dieser historische Tag des 17. Juni ausgestaltet wurde.

Es waren viele Menschen gekommen und wir konnten in ihren Gesichtern auch ihre eigene Betroffenheit sehen. Manche fühlten mit, weil auch sie Gleiches oder Ähnliches erfahren haben. Andere wiederum waren sehr dankbar für unsere Offenheit und die Möglichkeit, auch mal die andere Seite der Aufarbeitung, die leider sehr viel schleppender vorangeht, anzuhören.

In jedem ihrer Gesichter zeigte sich nicht nur eine persönliche Betroffenheit, sondern eine übergroße Empathie gegenüber unseren Lebensgeschichten. Im Kampf gegen die Verklärung der SED-Diktatur möchten wir unsere zwei Leben als Beispiele von vielen Schicksalen dieser Diktatur verstanden wissen. Es geht nicht um uns als Einzelpersonen, sondern um ein 17 Millionenvolk, in denen es noch zahlreiche andere traurige Lebensschicksale gibt, die zum Teil bis heute nicht darüber reden können. Dank an alle, die an diesem Erfolg und Zugewinn in der Aufarbeitung mitgewirkt haben.

Manuela ist es wichtig, mal die andere Seite des Systems, also zu der sie damals gehörte, aufzuzeigen, um den Blick zu weiten für das Leben und Erleben jener Millionen Menschen, die durch die straff organisierte kommunistische Erziehung des Staates und ihrer linientreuen Elternhäuser in frühester Kindheit lernten, dass sie nur durch Anpassung in diesem Land bestehen konnten. Nicht um zu entschuldigen, sondern um gegenseitiges Verstehen und Nachdenken zu bewirken.

Zum ersten Mal nach vielen Lesungen mit und ohne Gerd fühlte Manuela hier eine Bereitschaft sich auch diese Seite anzuhören und auch ein Bemühen, darüber nachzudenken.

Hier eine Zusammenfassung von Kommentaren, die wir via Facebook erhielten:

 „Reges Interesse bei der Buchlesung im Kassberg Gefängnis. Eine tolle Veranstaltung.“

 „Eine sehr schöne Lesung vielen Dank dafür ich war begeistert“

„Ja es war eine sehr berührend Lesung und oft hatte ich Mühe, meine Tränen zurück zu halten. Auch ein Dank an die Organisatoren“

„Alle Achtung und Respekt euch beiden“

„Was für ein bemerkenswertes Paar! Danke für diese berührende Begegnung mit zwei Zeitzeugen!“

„Hübsches Paar“ (auch dies tat gut! 😉)

„wichtige und wertvolle Zeitzeugenarbeit, weiter so. ich freu mich sehr mit euch “

„Liebe Manuela, lieber Gerd, es war mir eine große Freude Euch nun persönlich kennenzulernen. Dafür hat sich der Weg allemal gelohnt. Es wird sicher nicht das letzte Treffen gewesen sein. “ (Sie ist extra aus Frankfurt M. angereist 😊, um uns persönlich kennenzulernen.  Wir verbrachten nach der Lesung noch ein paar schöne Stunden im Ratskeller )

„Respekt und Hochachtung Manuela und Gerd. Es war sicher sehr emotional. Ich sehe dich als Betroffene, Kämpferin für Aufarbeitung und Aufklärung!!! Danke“

„Auch nochmal vielen Dank für den interessanten Nachmittag. Ich bin nach wie vor berührt und fand es auch hoch interessant, die andere Seite der Aufarbeitung zu hören, denn darüber habe ich so noch gar nicht nachgedacht.“ Antwort des Mitinitiators der Veranstaltung: „Sehr gut, denn genau darum machen wir diese Veranstaltungen, um zum Nachdenken anzuregen. Dank für Dein Kommen.“

Ich habe am Sonntag lange über das Gehörte nachgedacht und bin immer noch tief bewegt.“

„Es war eine sehr interessante und bewegende Lesung. Vielen Dank an die Organisatoren und die aufschlussreiche Führung. Ich wünsche mir, dass unsere Stadt diese Gedenkstätte zu schätzen weiß und ihren Verein im vollen Maße unterstützt. Danke nochmals für den interessanten Nachmittag.“

„Wir, das Publikum haben zu danken - ich wünsch Ihnen beiden viele gute Veranstaltungen mit vielen interessierten Besuchern, so wie heute am 17. Juni in Chemnitz. Es gibt einen großen Nachholbedarf in Bezug auf diesen Teil der weiter aufzuarbeitende DDR-Geschichte. Alles Gute!“

„Danke für den Mut, zu erzählen. Ich wäre gern länger geblieben. Es war traurig und wohltuend zugleich - zu sehen, wie persönliche Aufarbeitung funktionieren kann - Ihr macht das ganz wunderbar“

Die abschließenden Kommentare von uns:

Manuela: Es war eine intensive Lesung, die für mich diesmal von enormer Emotionalität getragen war. Sehr berührt war ich, als mich Chris vorstellte und meinte, dass auch ich ein Opfer dieser Diktatur war. Auch wenn ich mich nie selbst so sehen mag, berührt es mich sehr, weil ich in euch Freunde gefunden habe, die mir heute meine Familie sind. Danke alle ZuhörerInnen für eurer Kommen, das Interesse und die knisternde Stimmung während der gesamten Lesung.

Manuela: ja und daran (Aufarbeitung) arbeiten wir gern aktiv mit. Zeitzeugen brachten schließlich auch mich auf dem Weg des Umdenkens und führten mich zu einer gesunden Neuorientierung. Dafür bin ich immer wieder sehr, sehr dankbar!

Manuela: Gerd, ja und gegenseitig verstehen wir uns auch ohne Worte, wir können uns Trost, Liebe und Sicherheit geben, um die uns diese Diktatur und das Leben darin gebracht hat. Heute leben wir bescheiden, sind frei und glücklich.

Gerd: da stimme ich dir vollkommen zu. Hier im Lern- und Gedenkort Kaßberg Gefängnis mit dir an meiner Seite war sehr emotional und schön. Ich bin jetzt noch so emotional berührt, dass mir Gänsehaut über meine Arme und meinen Rücken läuft. Dankeschön an den Lern- und Gedenkort Kassberg Gefängnis e. V. und an dich meine liebe Partnerin.

Gerd: Hier an diesem Ort zu lesen war auch für mich sehr emotional. Hier an deiner Seite, liebe Manuela, vor so vielen Zuhörern über unser Leben und Erleben zu berichten war sehr schön. Dankeschön, liebe Steffi, lieber Chris und allen anderen. Ihr habt alles sehr gut vorbereitet und so wurde es auch für uns ein ganz besonderer Nachmittag.  DANKESCHÖN!

Lesung am 17.06.18



Lesungsfeedback zum 04.05.17 beim Lionsclub im Hotel Fürstenhof Celle

Die Lesung am heutigen Abend ist uns wirklich gelungen. Unsere Lesung und Berichte in Form eines Dialoges zwischen uns beiden. Nachgestellt unsere ersten Unterhaltungen zum Thema Erleben und Wahrnehmen der DDR aus der Sicht zweier Menschen, die unter gleichen Ausgangsbedingungen die DDR völlig unterschiedlich sahen, ja sogar auf fast gegensätzlichen Seiten gestanden haben und sehr verschiedene Wege gingen. Mit beeindruckenden Lesestellen aus unseren Büchern sahen wir in sehr betroffene Gesichter, die im Anschluss viele Fragen an uns hatten. Eine starke Zeitüberschreitung des Abends. Wir waren erst um 23:30 Uhr zu Hause und auf den Fotos ist das liebe Dankeschön des Lions Club Wienhausen zu sehen.

Wir finden es wichtig, sich einzubringen, um den ständigen Verklärungen entgegenzuwirken. Unsere Lesung vor einem äußerst interessierten Publikum zeigte uns erneut, wie wenige Menschen etwas über das DDR-Leben im Überwachungsstaat wissen. Viele Fragen hinterher, die uns stolz machten als wir die Zeit um eine Stunde überschritten und als wir unsere Technik gepackt hatten, sahen wir an einem Tisch sitzend eine Gruppe von etwa 8 Gästen miteinander reden und diskutieren.

Und auch das war sehr schön, denn wir bekamen live mit, dass wir diese Unterhaltung angeregt haben.